Neue Kostüme, komplett neues Bühnenbild, neue Darsteller und viele Neuerungen im Textbuch: „Winnetou I – Häuptling der Apatschen“ wird zum Upgrade der Karl-May-Spiele Elspe.

Bei der Pressekonferenz hat das Elspe Festival heute den Medienvertretern die erste Hälfte der Neuinszenierung von Mays Klassiker präsentiert und dabei wurde schnell klar, dass Regisseur Marco Kühne vom alten Buch seines Vaters Jochen Bludau nur wenig unangetastet gelassen hat. So beginnt die Inszenierung mit einer akustischen Einführung durch Winnetou, gefolgt von einem Blick in Karl Mays Bibliothek und dem Ausspruch „Es wird doch einmal erlaubt sein, zwei Stunden zu träumen.“

Was folgt ist die Story wie aus Karl May Old Shatterhand (Thomas Koziol) wird, der sich gegen die Pläne von Santer (Friedrch Grud) und seiner Bande stellt und deswegen später im Stück auch die gefangenen Winnetou (Jean-Marc Birkholz) und Nscho-tschi (Sarah Gösser) befreit. Glück bringt ihm das nicht, denn zum Ende der ersten Hälfte wird er beim Angriff der Apatschen und Kiowas von Winnetou niedergeschlagen.

Auch das ist neu: Zum ersten Mal sind zwei Stämme zu sehen. Die Apatschen unter der Führung von Häuptling Intschu-tschuna (Stefan Kieper) und die Kiowas unter Häuptling Tangua (Sebastian Kolb). Beide Häuptlinge bestreiten einen tollen Zweikampf, um zu klären, ob es Frieden oder Krieg geben soll.

Das Kleeblatt mit Sam Hawkens (Matthias Schlüter), Dick Stone (Markus Lürick) und Will Parker (Neuzugang aus Burgrieden: Michael Müller) hat  deutlich mehr Text bekommen, als in den früheren Inszenierungen. Alle drei harmonieren auch sehr gut miteinander. Vervollständigt wird das Ensemble durch Miranda (Tina Mester) und Ingenieur Brancroft (Oliver Fleischer); diese Rolle war früher als Sheriff angelegt. Betrunken ist der Charakter immer noch ständig.

Beeindruckend ist das neue Bühnenbild mit einem großen Saloon, dem Dorf über mehrere Ebenen, einem imposanten Pueblo und versenkbaren zusätzlichen Kulissen vorm Wasserfall. Im Programmheft ist bereits zu sehen, dass es nicht alleine bei Karl Mays Bibliothek bleibt. Welche zweite Kulisse dort noch auftaucht wird erst in der Premiere am kommenden Samstag aufgelöst.

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