Ralf Wolter (Foto), der in den Karl-May-Filmen als Sam Hawkens bekannt wurde, ist offenbar in einen schweren Unfall mit Fahrerflucht verwickelt. Der Fernsehsender n-tv meldet auf seiner Internetseite folgendes:

Den schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 24 Hamburg-Berlin, bei dem am Mittwoch drei Menschen ums Leben kamen, hat wahrscheinlich der Schauspieler Ralf Wolter verursacht. Das berichtet das NDR-Schleswig-Holstein Magazin.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen den 76-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung. Der Führerschein sei eingezogen worden. Das verlautete aus Polizeikreisen.

Der Mann, der zunächst Fahrerflucht begangen hatte, war wenig später in Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) gefasst worden. Das Fernsehmagazin sendete am Abend Aufnahmen, die das Auto vor der Polizeistation in Schwarzenbek zeigen, das auf den Namen von Wolter zugelassen ist. Die Polizei wollte am Abend nicht bestätigen, dass es sich bei dem Festgenommenen um Wolter handelte.

Der Bühnen- und Filmschauspieler, der in München wohnt, war in den sechziger Jahren durch seine Rollen als Sam Hawkins und Hadschi Halef Omar in mehreren Karl-May-Verfilmungen an der Seite von Old-Shatterhand-Darsteller Lex Barker bekannt geworden.

Nach Polizeiangaben hatte ein Autofahrer im Alter von Wolter mit einem riskanten Wendemanöver auf der Autobahn 24 Hamburg-Berlin bei Hornbek den Unfall verursacht. Der Fahrer war in einem vierspurigen Baustellenbereich in einen Stau geraten und versuchte zu drehen. Er fuhr über die rund zehn Zentimeter hohe Markierung auf die Gegenfahrbahn und raste davon. Durch das Manöver wurden zahlreiche Wagen zur Vollbremsung gezwungen.

Der 35 Jahre alte Fahrer eines Lastwagens bemerkte die Hindernisse zu spät und schob einen vor ihm stehenden Pkw gegen einen haltenden Lastwagen. In den Trümmern des total zerstörten Personenwagens wurden eine 66-jährige Frau sowie zwei 66 und 70 Jahre alte Männer getötet.

Gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung äußerte sich Ralf Wolter: ‚Ich habe in dieser Baustelle gewendet. Mir ist klar, dass das eine Todsünde war‘. Von dem Unfall will Wolter zunächst nichts mitbekommen haben: ‚Was hinter dem Lkw geschah, konnte ich nicht sehen. Ich hab‘ nur ein Hupen gehört‘, sagte er ‚Bild‘. Nach 20 Kilometern wurde er von der Polizei gestoppt. ‚Da habe ich sehr verwirrt gewirkt‘, so der 75-jährige TV-Star, ‚aber was würden Sie denn machen, wenn plötzlich zwei Polizisten Sie mitnehmen und behaupten, Sie hätten einen schweren Unfall verursacht. Ich wusste doch gar nicht, was los ist.‘

tg, nf / Photo: Renaissance-Theater Berlin