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Schultze und Stamp sollen’s 2007 noch mal machen

Bad Segeberg setzt auf Kontinuität und gibt Latwesen einen Korb

Zum zehnten Mal (bzw. zum achten Mal in Folge) soll der Hamburger Regisseur Norbert Schultze jr. (Foto oben) in der Saison 2007 die Bad Segeberger Karl-May-Spiele inszenieren. Wie jetzt außerdem bekannt wurde, soll auch der Bad Segeberger Journalist Michael Stamp (Foto unten), der seit 2000 das Textbuch zu den Freilichtspielen verfasst (und zuvor bereits 1998), seine Arbeit für die seit 1952 bestehenden Karl-May-Spiele fortsetzen und Karl Mays ‚Winnetou I‘ für die nächste Spielzeit adaptieren.

Kontinuität statt komplettem Neuanfang

Somit setzt die Bad Segeberger Kalkberg GmbH, die die Festspiele seit 1980 veranstaltet, auf Kontinuität hinter den Kulissen und verzichtet nach der so genannten ‚Ära Gojko Mitic‘ auf einen absoluten Neuanfang (wie KARL MAY & Co. berichtete, stellten die Festspiele bereits am 14. September 2006 kurz nach dem Abschied des langjährigen Winnetou-Darstellers Gojko Mitic dessen Nachfolger Erol Sander vor).

Angebot von Klaus-Hagen Latwesen

Nach dem Motto ‚Back to the roots‘ oder ‚Die 80er sind wieder in‘ hätten die Karl-May-Spiele in ihrer kommenden 56. Saison auch von dem Hamburger Schauspieler und Regisseur Klaus-Hagen Latwesen inszeniert werden können. Latwesen, der das Freilichttheater nach zahlreichen Einsätzen zwischen 1965 und 1987 – zuletzt als Winnetou, Regisseur, Intendant und Buchautor von 1981 bis 1987 – kennt wie kein anderer und im Gegensatz zu Schultze jr. auch selbst viele Jahre als Akteur auf der Segeberger Bühne stand, hatte den Veranstaltern ein Angebot unterbreitet, die nächste Inszenierung ‚Winnetou I‘ künstlerisch für die traditionsreiche Bühne einzurichten.

Latwesens Exposé sah vor, nach dem Motto ‚Auf den Spuren von Karl May – Abenteuer-Theater unter freiem Himmel‘ an seine Arbeit für die Karl-May-Spiele bis 1987 anzuknüpfen und eine Mischung aus Indianistik, Action und Wildwest-Romantik zu bieten. Dabei sollte Karl Mays Komik ebenso eingebracht werden wie ‚wilde Tiere, verwegene Stunts und explosive Pyrotechnik‘. Latwesen, der erst kürzlich für seine Verdienste um die Karl-May-Spiele mit einem Ehrenpreis des Karl-May-Archivs bzw. der Karl-May-Sammlung ausgezeichnet wurde: ‚Die Legende von Winnetou und Old Shatterhand ist von Karl May bestens beschrieben. An die Originalstory muss sich auch der Bühnenautor halten. Etwas Neues zu erfinden, kann nur schlechter sein. Aber es muss natürlich theatergerecht im Stil von Karl May erzählt werden‘. – Zu Latwesens Kalkberg-Comeback kommt es nun allerdings nicht.

Schultze jr. gab sein Debüt vor zehn Jahren

Vor zehn Jahren gab Norbert Schultze jr. – O-Ton: ‚Man muss Karl May ernst nehmen‘ – bei den Bad Segeberger Karl-May-Spielen sein Regie-Debüt (‚Winnetou und der Scout‘ mit Reiner Schöne), im Folgejahr inszenierte er eine schwache ‚Old Firehand‘-Inszenierung mit Peter Hofmann in der Titelrolle. Doch erst nach je einem Regie-Intermezzo von Jürgen Lederer (1998) und Pierre Brice (1999) avancierte der Hamburger zum Dauer-Regisseur der Spiele. Unter seiner Ägide feierten die Karl-May-Spiele – gemessen an der Gesamtzuschauerzahl – ihre größten Erfolge nach den Ausnahme-Spielzeiten unter Mitwirkung von Pierre Brice.

nf
Fotos: KARL MAY & Co.

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