Einen Old Surehand, wie er im Buche steht, dargestellt von Wayne Carpendale, präsentierten die Karl-May-Spiele Bad Segeberg am vergangenen Donnerstag den zahlreich erschienenen Medienvertretern im Freilichttheater am Kalkberg. Regisseur Norbert Schultze jr. bot einen Einblick in das aktuelle Stück ‚Old Surehand‘, das am 28. Juni Premiere feiert. Wayne Carpendale, der in Bad Segeberg sein Debüt gibt, verlieh dem Titelhelden Old Surehand in den gezeigten Szenen eine sehr natürliche und agile Note. Er, der Bad Segeberg als ‚Riesenabenteuer und schauspielerische Herausforderng‘ bezeichnete, lieferte sich unter anderem einen Zweikampf mit Apanatschka (Anderson Farah), der in der ebenfalls gezeigten stimmungsvollen Eingangsszene des Stücks zusammen mit seinem Vater Vupa Umugi (mit Irokesenschnitt: Ben D. Bremer) dem weißen Westmann Old Surehand den Tod schwört.

Neben aktionsreichen Szenen wie dem Überfall auf einen Gefangenentransport durch General Douglas (Jürgen Mai) und Old Wabble (Frank Wieczorek) oder dem finalen Stunt – Stuntman Thomas Bloem stürzt von einer brennenden Hängebrücke, die auseinanderbricht – wurden auch ruhigere (etwa eine Romanze zwische Old Surehand und Lea-tschina) und komische Momente aus der ‚Old Surehand‘-Inszenierung gezeigt. Lord Castlepool (Frank Schröder) trifft nach dem 2001er-Silbersee auf seinen Diener Smedley (Fried Wolff) und die Tante Droll (Jochen Baumert), die sich im Wilden Westen von Bad Segeberg schlafen gelegt hatten und dabei vom Erzähler (Helmut Krauss) gestört wurden. Castlepool übt sich im ‚Toasttaubenschießen‘ und reist mit einer Kutsche, auf der sich ein mit der britischen Flagge versehenes Tipi befindet, durch die Lande. Auch einen Hund hat er zur Seite gestellt bekommen, der sich allerdings noch nicht selbstständig in die Arena traute. Auch der Adler der Stuntgruppe ‚Les animaux du cinéma‘ landete nicht, wie geplant, auf dem Arm des Stuntman, sondern flog zielgerichtet gen Kalkberg, wo er sich die nächste Viertelstunde zur Ruhe setzte. ‚Wir sind noch mitten in den Proben‘, so Regisseur Norbert Schultze jr., der zum sechsten Mal in Bad Segeberg inszeniert.

Der weibliche Gaststar der Inszenierung ist Dunja Rajter, die die Saloonwirtin Mutter Thick spielt. Sie singt live den von Michael Stamp getexteten Westernsong ‚Eine Lady braucht kein Gewehr‘, die deutsche Version des Dolly-Parton-Hits ‚Applejack‘. Beim Kalkberg-Publikum wird die gesangliche Einlage sicher für Stimmung sorgen. Rajter wird nicht, wie ursprünglich geplant, zusätzlich in der Rolle der Indianerin Kolma Puschi auftreten. Diese Rolle hat kurzfristig die 31-jährige Hamburgerin Sarah Kattih übernommen. Bei der Pressevorführung hatte Kolma Puschi allerdings mit pinkfarbenen Hut und schwarzer Kluft keine Ähnlichkeit mit der von Karl May geschilderten Indianerin, die Winnetou zum Verwechseln ähnlich sieht.

Die Karl-May-Fans können auf die 52. Inszenierung im Schatten des Bad Segeberger Kalkberges gespannt sein. Die Saison beginnt am kommenden Samstag, den 28. Juni. Bis zum 7. September wird ‚Old Surehand‘ insgesamt 72 Mal gezeigt.

Einen ersten Eindruck von der neuen Inszenierung ermöglicht unsere Foto-Show von der Pressevorstellung.

Foto auf dieser Seite: Die Hauptdarsteller zusammen mit Ute Thienel (Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH, ganz rechts) und dem neuen Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Kalkberg GmbH Hans-Joachim Hampel (ganz links).

nf, Foto: tg