Die Karl-May-Spiele Elspe haben am heutigen Samstag die Premiere des Stückes ‚Der Schatz im Silbersee‘ gefeiert. Nach einem wahren Wolkenbruch blieb es pünktlich zum Stückanfang nahezu trocken, trotzdem hatten die Reiter teilweise mit extrem rutschigen Stellen zu kämpfen. Neu in die Handlung wurde die Geschichte um den ‚Kleinen Bär‘ – gespielt von Jean-Marc Birkholz – eingebaut. Er hat Old Firehand (Michael Heuel – blieb leider etwas blass, u.a. wegen eines unpassenden Kostüms und seiner zu wenig markanten Stimme) und Ingenieur Patterson die Ausbeutung einer Mine am Silbersee gestattet. Gemeinsam mit dessen Tochter Ellen vermisst er den Berg, in einer neuen romantischen Szene auf dem komplett umgestalteten Wasserfall-Berg. Auch neu: der Dampfer ‚Dogfish‘. Zu Beginn hat das Schiff nur einen kurzen Auftritt, um die Hauptakteure im Dorf Sheridan abzuliefern. Zum Finale jedoch wird die ‚Dogfish‘ zum Hauptakteur. Die Banditen kapern das Schiff, um damit die erbeuteten Schätze der Tokava wegzuschaffen, jedoch haben sie nicht mit dem Kleinen Bär, Winnetou, Old Firehand und den Utahs gerechnet. Winnetou sprengt den Damm des Sees, der Wasserfall rauscht herab und der Dampfer wird von diversen Explosionen erschüttert. Nachdem der kleine Bär die entführte Ellen aus der Gewalt der Banditen befreien kann, versinkt das Schiff mit den Tramps an Bord. Ein Spezialeffekt, eingebettet in eine Angriffszene, die die Karl-May-Freilichtszene noch nicht gesehen hat! Einzig die sehr moderne Musikuntermalung will nicht ganz dazu passen.

Bei den Schauspieler sticht Jean-Marc Birkholz in seiner ersten Indianerrolle in Elspe hervor. Er hat zwar nur wenige Auftritte, diese sind jedoch sehr wirkungsvoll, zumal er sogar die Schlussworte spricht, die sonst Winnetou vorbehalten sind. Der bleibt hingegen in diesem Jahr sehr im Hintergrund. Benjamin Armbruster muss nichtmal einen Zweikampf bewältigen, den übernimmt der neue Firehand Michael Heuel. Die Darstellerin der Ellen, Samantha Richter, ist ein guter Neuzugang. Ex-Shatterhand Markus Lürick kehrt als Gangster Knox zurück auf die Freilichtbühne und wertet die Tramps auf.

Besonders erwähnenswert in diesem Jahr ist die Ausstattung mit Kostümen. Hier wurde enorm investiert, viele der Indianer tragen neue Gewänder. Jean-Marc Birkholz darf als junger Indianer ein besonders phantasiereiches Kostüm tragen, Meinolf Pape tritt zunächst mit Federschmuck, später mit einem Fuchsfell auf dem Kopf ein – beides sehr sehenswert.

Für das kommende Jahr wurde bereits ‚Im Tal des Todes‘ angekündigt. Dabei soll es erneut ein Erdbeben geben. In der Werbung wird Geschäftsführer und Regisseur Jochen Bludau wie folgt zitiert: ‚Die größte pyrotechnische Aktion, die wir jemals gemacht haben.‘. Die Preise steigen 2010 zum ersten Mal seit Jahren wieder. Statt 22,70 kostet ein Erwachsenenticket dann 24,90 Euro.

Impressionen von der Premiere sind in der KARL MAY & Co.-Galerie zu sehen.

sm / Photo: KARL MAY & Co./Hünseler