Die geplanten Sicherungsarbeiten am Kalkberg stoßen auf Kritik des Naturschutzbundes. Um zu verhindern, dass Teile des Kalkberges abstürzen oder einige der Höhlen einstürzen, hat die Stadt Bad Segeberg ein Sicherungskonzept erarbeitet. Das sieht unter anderem vor, den Eingang der Kalkberghöhlen zu verlegen und mit hunderten Metallankern das Abbrechen von losem Gestein zu verhindern.
In einer Stelleungnahme des Naturschautzbundes wird dieses Vorgehen aber kritisiert und abgelehnt. Auf seiner Homepage schreibt der NABU: Durch die jetzt beantragten Maßnahmen gerät der Berg mit seiner Höhle immer mehr in Gefahr, zu einem technischen Objekt zu ‚verkommen‘, bei dem mit hohem finanziellen und organisatorischem Aufwand versucht wird, die wirtschaftliche Nutzung des Berges für einige Jahre zu verlängern. Sicher ist dieses Ziel aber nicht erreichbar, wie die jüngste Vergangenheit immer wieder gezeigt hat – trotz umfangreicher Sicherungsmaßnahmen kann ein Restrisiko nie völlig ausgeschlossen werden.
Da das weitere Vorgehen noch nicht abschließend geklärt ist, ist es dem NABU ‚jedoch völlig unverständlich, wie im Wissen um gravierende Probleme mit der Durchführung von Konzerten im Mai 2007 trotzdem Konzerte im folgenden Jahr 2008 zugesagt wurden.‘ Denn: die Kalkberg GmbH möchte die Sicherungsarbeiten bis zu den geplanten Konzerten abgeschlossen haben. In einem Interview mit der Segeberger Zeitung sagte ein NABU-Sprecher: ‚Das ist aus unserer Sicht fatal. Bis Ende April werde die Höhle von Fledermäusen bevölkert, die vom Winterschlaf noch sehr geschwächt sind und aufgescheucht werden. Auch auf den Segeberger Höhlenkäfer haben jegliche Arbeiten in den Höhlen negative Auswirkungen‘.
Ob es also Auswirkungen auf die Konzerte und die Karl-May-Spiele gibt, wird erst klar sein, wenn das zuständige Amt das Sicherungskonzept abgelehnt hat. Der NABU hat allerdings schon angekündigt, eventuell vor Gericht zu ziehen. Im Vorfeld hatte man der Stadt auch andere Vorschläge unterbreitet – schreibt die Segeberger Zeitung: Der NABU habe der Kalkberg GmbH vorgeschlagen, für die ‚Nacht des deutschen Schlagers‘ und die Oldie-Nacht einen anderen Veranstaltungsort zu suchen und im Mai die erforderlichen Arbeiten am Kalkberg vorzunehmen. Dann wäre zumindest die Karl-May-Saison gesichert worden. Auch hatten die Naturschützer angeregt, dass die Stadt anderswo in Bad Segeberg ein Theater für Winnetou & Co. errichten könnte, um das Naturdenkmal Kalkberg nicht länger wirtschaftlich zu nutzen.
Quellen: Segeberger Zeitung, Lübecker Nachrichten, NABU
sm