Den Organisatoren der Karl-May-Veranstaltungsreihe ‚Vom Silbersee zur Villa Shatterhand – Karl May-Phantasien in Hachenburg‘, die vom 11. bis 15. Mai 2004 aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von KARL MAY & Co. durchgeführt wird (wir berichteten), ist es gelungen, den Autor, Satiriker und Sänger Wiglaf Droste (Foto) für eine ‚Lesung mit Musik‘ zu verpflichten.
Wenn Droste am Donnerstag, den 13. Mai 2004, in die kleine, aber feine Kultur-Metropole des Westerwalds kommt, steht sein Programm unter dem Motto ‚Karl May & Johnny Cash‘. Für die Hachenburger Karl-May-Phantasien stellt Droste exklusiv ein Programm aus eigenen Texten zu Karl May und Liedern der Country-Legende Johnny Cash zusammen. Auf die ungewöhnliche Kombination darf man gespannt sein.
‚Häuptling Eigener Herd‘
Wiglaf Droste, geboren 1961, schreibt u.a. im WDR-Hörfunk, in der ‚tageszeitung (taz)‘, in der ‚Weltwoche‘ und ‚junge welt‘. Er tritt als Sänger mit dem Essener Spardosenterzett auf. Zuletzt erschien von ihm die CD ‚Ich schulde einem Lokführer eine Geburt‘ und das Buch ‚Wir sägen uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi‘. Gemeinsam mit Vincent Klink gibt Droste – O-Ton: ‚Die andere Wange jesusmässig hinhalten ist Quatsch mit Soße – In seine Feinde soll man Löcher machen, und zwar große‘ – die Zeitschrift ‚Häuptling Eigener Herd‘ heraus, die soeben ihr fünfjähriges Bestehen feierte. Wegen Beleidigung der Bundeswehr wurde Droste einst vom Landgericht Berlin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Droste zu May: ‚Warum liest man diesen Scheiß?‘
Mit Karl May beschäftigte sich Kultautor Droste bereits im Karl-May-Jahr 1992, als ihn Klaus Farin um einen Gastbeitrag für sein Buch ‚Karl May – Ein Popstar aus Sachsen‘ bat. ‚Mächtig‘ werde ‚rumgeschwult bei Karl May‘, äußerte sich Droste damals in seiner wenig diplomatischen Art und Weise und stellte sich die zentrale Frage: ‚Warum also liest man diesen Scheiß?‘. Eine Antwort fand er damals nicht: ‚Ich weiß es nicht. Und wills auch gar nicht wissen. Ich weiß nur dies: Ein Schuß, ein Schrei – das war Karl May. Ein Schuß, fünf Tote – das war Kojote. Kojote war besser. Hat aber keine Bücher geschrieben.‘
Lesung mit Musik, Wiglaf Droste (Karl May & Johnny Cash), Donnerstag, 13. Mai, 21 Uhr, Festival-Lounge, Hachenburger KulturZeit
nf (Foto: Pflug)