Wie die Kärntner Ausgabe der ‚Kleinen Zeitung‘ berichtet, hat die ‚Gurktaler Karl May Festspiele GmbH‘, die die Karl-May-Festspiele im österreichischen Weitensfeld/Gurktal betreibt, Konkurs angemeldet (KARL MAY & Co. berichtete von finanziellen Schwierigkeiten). ‚Der Masseverwalter hat jetzt zu entscheiden‘, zitiert das Blatt den Geschäftsführer der GmbH, Dietmar Schaub, über dessen Vermögen das Landgericht St. Pölten bereits im Februar 2009 das Konkursverfahren eröffnete. Hiervon scheint nun auch die Betreibergesellschaft der Karl-May-Festspiele betroffen zu sein; immerhin hält Dietmar Schaub als alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer 50 Prozent der Gesellschaftsanteile.

Knackpunkt Subvention

Bis zuletzt hatte Schaub offenbar versucht, die Spiele, die in ihrer fast 15-jährigen Geschichte bereits mit einigen Pleiten zu kämpfen hatten, mit Hilfe einer finanziellen Unterstützung des Landes Kärnten zu retten. ‚Bis heute habe ich keine Zusage für eine Unterstützung des Landes bekommen‘, so Schaub in der ‚Kleinen Zeitung‘. Dem Bericht zufolge hätte die Landesregierung – zuständig für Kulturangelegenheiten ist Landesrat Harald Dobernig – die übliche Subvention von ca. 45.000 bis 50.000 Euro auch in diesem Jahr wieder gewährt, jedoch sei kein Spielplan vorgelegt worden, was eine Voraussetzung für die Zuwendung sei. Das Blatt schreibt weiter: ‚Sollte sich aber doch noch ein Betreiber finden, wird es vom Land eine Förderung geben.‘

Ein Funke Hoffnung?

Vor diesem Hintergrund besteht offenbar ein Funke Hoffnung auf eine Fortsetzung der Gurktaler Karl-May-Festspiele. Denn der letztjährige Winnetou-Darsteller und Mit-Initiator der Bühne, Thomas Koziol (Foto), der in der kommenden Spielzeit erneut als Winnetou und erstmals auch als Regisseur in Weitensfeld mitwirken sollte, möchte die Spiele als Betreiber übernehmen. Der bisherige Geschäftsführer Schaub habe ihm bereits seine Unterstützung zugesagt.

‚Gerade an Weitensfeld liegt mir viel‘, so Koziol im Gespräch mit KARL MAY & Co., ‚allerdings muss ich erst einmal abklären, ob diese Umstellung in der kurzen Zeit überhaupt noch möglich ist. Es müssen ja Verträge neu verhandelt, Vereinbarungen getroffen werden usw.‘. Ebenso müsse ein Verein als neuer Veranstalter gegründet werden, für den Mitstreiter benötigt würden. Notwendig sei es außerdem, dringend mit den geplanten Umgestaltungsarbeiten an der Weitensfelder Freilichtbühne zu beginnen, zudem hätten die Werbemaßnahmen für die diesjährige Jubiläumssaison – 2009 fänden zum 15. Mal Karl-May-Festspiele im Gurktal statt – eigentlich längst eingeleitet werden müssen. Koziol: ‚Alles in allem eine Katastrophe‘.

Doch aus der Gemeinde Weitensfeld sei dem Karl-May-Festspiel-erfahrenen Schauspieler und Regisseur, der zurzeit die rechtliche und finanzielle Lage der Kärntner Festspiele prüfe, bereits Unterstützung signalisiert worden; dort sei die Fortführung der Festspiele ausdrücklich erwünscht. ‚Sollte es zeitlich noch irgendwie machbar sein, werde ich mich bemühen, die Bühne am Leben zu erhalten‘, so Koziol. Und weiter: ‚Wie heißt es noch? Erst wenn es vorbei ist, ist es vorbei.‘

nf
Foto: KARL MAY & Co./Finke