Am Donnerstag, dem 11. Oktober, begann der 19. Kongress der Karl-May-Gesellschaft (KMG) im Tagungszentrum der Katholischen Akademie, Berlin-Mitte. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Helmut Schmiedt gab Dr. Johannes Zeilinger, der sich am Samstag zur Wahl des neuen 1. Vorsitzenden stellen wird, eine Einführung in das Berlin um 1900, die Zeit, in der Karl May mehrmals die Hauptstadt besuchte. Höhepunkt des ersten Tages war der Besuch der großen Karl-May-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM), die von den etwa 200 Tagungsteilnehmern begeistert aufgenommen wurde.
Der den zweiten Tag eröffnende Vortrag über Winnetou, gehalten von Dr. Peter Bolz, Berlin, sorgte durch seine amüsante Art für Heiterkeit im Publikum. Bolz schloss mit dem modifizierten Sterbeworten Winnetous: ‚Ich glaube an Karl May. Winnetou ist ein Sachse.‘ Der von Johannes Zeilinger gehaltene folgende Vortrag über die politischen Hintergründe von Mays Sudanromanen ließ die Zuhörer dann wieder äußerst nachdenklich werden. Insbesondere die Instrumentalisierung der Anti-Sklaverei-Bewegung im Deutschen Reich für die Kolonialidee dürfte vielen Teilnehmern nicht bekannt gewesen sein.
Am Freitagabend fand eine große Karl-May-Auktion statt, auf der auch ein original von Karl May beidseitig beschriftetes Manuskript-Blatt ‚In den Eiern‘ unter den Hammer kam – das allerdings keinen Käufer fand. Offenbar war den Anwesenden der Startpreis in Höhe von 8.000 Euro zu hoch.
Der Kongress der KMG geht noch bis zum Sonntag, 14. Oktober, und es sind weitere interessante Vorträge und Diskussionen, unter anderem über das Thema ‚Öffentlichkeitsarbeit für Karl May‘, zu erwarten.
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Foto: Schmeding