Mit einem Minus von 36.895 Zuschauern im Vergleich zum Vorjahr sind heute die 56. Karl-May-Spiele in Bad Segeberg zu Ende gegangen. Insgesamt sahen die ‚Winnetou I‘-Inszenierung mit dem neuen ‚Winnetou‘ Erol Sander 245.110 Besucher.

Einen größeren Absturz der Gesamtbesucherzahl registrierten die Bad Segeberger Festspiele zuletzt nur nach dem Winnetou-Abschied von Pierre Brice von der Spielzeit 1991 auf 1992 (von 315.000 auf etwa 220.000 Zuschauer). Weniger Zuschauer als in diesem Jahr begrüßte man zuletzt in der Saison 2000 (‚Der Ölprinz‘). Das vorliegende Ergebnis ist somit das zweitschlechteste unter der Ägide des Teams um Regisseur Norbert Schultze jr., Buchautor Michael Stamp, Produktionsleiter Stefan Tietgen und Geschäftsführerin Ute Thienel, aber auch das insgesamt elftbeste in der 56-jährigen Karl-May-Spielgeschichte.

Zum Vergleich: Als ‚Winnetou I‘ 1995 zuletzt auf dem Spielplan der Karl-May-Spiele stand, kamen in die – allerdings damals nur 65 – Vorstellungen (heute: 72) insgesamt 230.274 Zuschauer. Durchschnittlich pilgerten in diesem Jahr etwa 3.400 Zuschauer in jede Vorstellung (1995: mehr als 3.500, 1952: 6.560). Zahlreiche Vorstellungen der diesjährigen ‚Winnetou I‘-Inszenierung seien verregnet, nur zwei von elf Spiel-Wochenenden sonnig gewesen, teilte die Segeberger Kalkberg GmbH mit.

Die Besucherzahlen der letzten Jahre im Überblick:
1999: 219.500
2000: 240.667
2001: 284.599
2002: 261.760
2003: 289.897
2004: 264.021
2005: 256.732
2006: 282.005
2007: 245.110

Ist allein das schlechte Wetter schuld?

‚Das Wetter hat es uns in diesem Jahr nicht einfach gemacht‘, sagte die Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH, Ute Thienel. ‚Aber als sich nach den vielen verregneten Vorstellungen endlich einmal die Sonne durchsetzte, strömten die Zuschauer an warmen Sommerabenden an den Kalkberg und bescherten uns einige fast ausverkaufte Vorstellungen.‘ Das Minus der verregneten Wochenenden habe damit aber nicht mehr aufgeholt werden können, so Thienel.

Bad Segebergs Bürgermeister Hans-Joachim Hampel (gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Kalkberg GmbH) übte sich im Schönreden: ‚So verregnet wie die Saison 2007 war kaum eine Karl-May-Spielzeit‘, erklärte er. ‚Da können wir auf die erreichte Besucherzahl stolz sein.‘ Vor Saisonbeginn hatte er noch die magische – und in der Geschichte der Segeberger Festspiele bislang nur ein einziges Mal erreichte – 300.000er-Marke erwähnt.

In einem Interview mit den Segeberger Nachrichten hatte der bisherige Regisseur der Karl-May-Spiele, Norbert Schultze jr. (‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten‘, ‚Sesamstraße‘), bereits Mitte August die alleinige Schuld des Wetters in Frage gestellt: ‚Das schlechte Wetter als alleinige Ursache für einen Zuschauerrückgang? Ich bin mir da nicht sicher. Wir werden das genau analysieren müssen. Liegt es möglicherweise an dem neuen Winnetou, der erst bekannt werden muss?‘, fragte sich Schultze jr. Und weiter: ‚Da wird sich die Kalkberg GmbH vielleicht auch fragen müssen, ob das Werbekonzept mit Plakaten, Flyern und Pressearbeit noch richtig ist‘.



2008: ‚Winnetou und Old Firehand‘

Vom 28. Juni bis 7. September 2008 wird in Bad Segeberg das Stück ‚Winnetou und Old Firehand‘ gezeigt, das zuletzt 1997 auf dem Spielplan stand, damals mit Gojko Mitic als Winnetou und Peter Hofmann als Old Firehand. In der Rolle des Winnetou wird 2008 erneut Erol Sander zu sehen sein. ‚Die Zuschauer dürfen sich auf knisternde Liebesszenen freuen, denn Winnetou verliebt sich in die wunderschöne Häuptlingstochter Ribanna‘, gab die Kalkberg GmbH bekannt.

Eine Diashow mit Bildern von der letzten Vorstellung in Bad Segeberg am 2. September 2007 ist in der KARL MAY & Co.-Galerie zu finden.

nf
Fotos: Büsing