Erneuter Paukenschlag in Radebeul: Als Interimsgeschäftsführer des Karl-May-Museums hat der Vorstand der Karl-May-Stiftung René Wagner berufen. Gleichzeitig wurde der bisherige Museumsdirektor Christian Wacker mit sofortiger Wirkung entlassen.
Die Personalie ist insofern erstaunlich, als René Wagner bereits von 1986 bis 2013 Museumsdirektor war und von der Karl-May-Stiftung 2013 selbst im Streit entlassen worden war, was schon damals heftige Reaktionen auslöste. Zuletzt saß René Wagner im Kuratorium der Karl-May-Stiftung. Der 70-Jährige habe sich, wie der MDR berichtet, bereit erklärt, bis zum 30. Juni unentgeltlich das Museum zu leiten. 
Wagner ist nicht unumstritten. Verdiensten um das Museum stehen Kritik einerseits an Stasi-Verstrickungen Wagners zu DDR-Zeiten sowie andererseits an unzureichenden Maßnahmen des Direktors zur Zukunftsfähigkeit des Museums nach der Wende gegenüber. So diente Wagner vor Beginn seiner Tätigkeit im Museum dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR als "GMS Runge" (GMS = "Gesellschaftlicher Mitarbeiter für Sicherheit"); er unterzeichnete 1969 und nochmals 1974 Verpflichtungserklärungen. Nachdem die Stasi 1976 die Zusammenarbeit mit Wagner alias "Runge" beendet hatte und dieser 1986 zum Direktor des Karl-May-Museums ernannt worden war, wirkte er auf der Grundlage von Unterlagen aus der Stasi-Unterlagen-Behörde bei der Einrichtung einer Konspirativen Wohnung (KW) der Stasi in der "Villa ‚Shatterhand.’" mit.
Karl-May-Museum und Karl-May-Stiftung stecken in einer schweren Krise, nachdem der scheidende Direktor Christian Wacker seine Kündigung mit Kritik am Vorstand der Stiftung verband und die komplette Belegschaft des Museums dem Vorstand das Vertrauen entzog (KARL MAY & Co. berichtete).