Matthias Wendlandt ist tot. Der Berliner Produzent starb unerwartet am Freitag während eines Aufenthaltes in Los Angeles, kurz vor seinem 74. Geburtstag am 2. Juni.
Seit dem Tod seines Vaters Horst 2002 führte Matthias Wendlandt die Geschäfte der Rialto Film, gemeinsam mit seinem Sohn Felix. Er selbst wurde Anfang der 60er-Jahre in einer Wochenschau legendär, als er mit Cowboyhut auf dem Kopf zu seinem Vater geht und die legendäre Aufforderung formuliert: „Hallo Papi. Dreh doch mal Karl May!“
Später wollte er sich nicht mehr sicher an den Wahrheitsgehalt des Augenblicks erinnern, hielt es aber schmunzelnd durchaus für möglich. Er arbeitete als Schauspieler und Kameramann, bevor er in den Sessel des Produzenten wechselte. Matthias Wendlandt steht in den Credits von Filmen wie „Troublemakers“, dem letzten gemeinsamen Western von Bud Spencer und Terence Hill, „Palmetto“sowie dem Winnetou-Dreiteiler aus dem Hause RTL.
In Sachen Karl May war er als Interviewgast immer gern gesehen, unterstützte die Gruppe der Berliner Filnfreunde (KMFF) bei vielen Projekten und auf diesem Wege auch mehrfach KARL MAY & Co..
Noch am 2. Mai hatte er die jüngste Veranstaltung der Filmfreunde besucht, die sich ob der schlimmen Nachricht schockiert zeigten. Er war am Tag darauf nach Kalifornien geflogen. Sein Rückflug war mit Blick auf seinen Geburtstag und den seiner Schwester am 1. Juni für dieses Wochenende geplant. Nun ist er nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt. Matthias Wendlandt hinterlässt seine Frau Rosi, den bereits erwähnten Sohn Felix und die Tochter Laura.
Michael Kunz