Die Karl-May-Festtage 2007 finden statt. Dank der nun doch bewilligten Zuschüsse in Höhe von 35.000 Euro ist die Durchführung des Festes vom 18. bis 20. Mai 2007 unter dem Motto ‚Der Ruf des Wolfes‘ gesichert. Das wurde heute am Rande der Vorstellung der neuen Rathener ‚Blutsbrüder‘ im Karl-May-Museum Radebeul mitgeteilt.
Bis zuletzt standen die Festtage wegen der Streichung finanzieller Zuschüsse auf der Kippe. In einer Presseerklärung hieß es, dass der Fachbeirat des Kulturraumes Elbtal mehrheitlich dafür votiert hatte, dem Kulturkonvent vorzuschlagen, das Karl-May-Fest zukünftig nicht mehr zu fördern. Grund sei, dass sich die Festtage nur noch als Volksfest präsentieren würden – und eben solche würden zukünftig nicht mehr gefördert. Für die Stadt kam die Ankündigung offenbar sehr überraschend. Oberbürgermeister Bert Wendsche sagte: ‚Die Begründung klingt wie blanker Hohn, setzt sie doch die Karl-May-Festtage mit einem Jahrmarkt oder Rummel gleich. Sie verkennt die überregionale Ausstrahlung des Festes mit seinem völkerverbindenden und kulturellen Anspruch im Sinne Karl Mays völlig. Jeder, der die Festtage aus eigenem Erleben kennt weiß um deren kulturellen Gehalt und internationalen Anspruch‘.
Die Stadt verwies auf die im vergangenen Jahr begonnene, besondere Zusammenarbeit mit den USA. Damals hatte der US-Botschafter in Deutschland, Timpken jun., die Schirmherrschaft übernommen und war selbst angereist (siehe auch die Berichterstattung über die vergangenen Feste u.a. in den KARL MAY & Co.-Ausgaben 97, 101, 105). In diesem Jahr soll der Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Deutschland, Scheland, diese Aufgabe übernehmen. Gerade vor diesem Hintergrund war die ursprüngliche Absage der Fördergelder nicht zu verstehen. Radebeuls Kulturamtsleiter, Alexander Lange: ‚Wie passen die große Unterstützung seitens der Vertreter der Vereinigten Staaten in Deutschland auf Grund des völkerverbindenden und überregional ausstrahlenden Charakters des Festes und die Verweigerung einer Förderung durch den Kulturraum Elbtal angesichts des angeblich reinen Volksfestcharakters zusammen?‘
Eine Entscheidung, ob das Fest trotzdem hätte stattfinden sollen – Radebeul hat bisher rund 50’000 Euro jährlich für das Fest bezahlt, 125’000 Euro kamen u.a. durch Sponsoren und Eintrittsgelder zusammen – wollte der Stadtrat am 21. Februar fällen. Das ist nun hinfällig, was nicht nur Oberbürgermeister Wendsche freuen dürfte, hatte er doch ein ernstes Szenario skizziert: ‚Karl-May und Wein sind die Wurzeln unseres kulturellen und touristischen Profils. Der drohende Wegfall der Förderung für das Karl-May-Fest setzt die Axt an die Wurzeln.‘
Übrigens wird auch KARL MAY & Co. wieder mit einem eigenen Stand in der Westernstadt Little Tombstone vertreten sein.
sm, fun / Photos: KARL MAY & Co., Finke & Margref