Auch in diesem Jahr wird im Museum Segeberger Bürgerhaus parallel zu den Aufführungen am Kalkberg wieder eine kleine Ausstellung angeboten. Seit dem 26. Juni und noch bis zum 14. September ist dort „Als der Wilde Westen wilder wurde“ zu sehen. Journalist Norbert Rochna hat sich im vertrauten Sonderausstellungsraum des Hauses der „Ära Harry Walther“ angenommen und sie ansprechend in Szene gesetzt.
Harry Walther hatte von 1961 bis 1968 einen kongenialen und sehr beliebten Scharlih in beiden Inkarnationen gespielt – also Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi – und kehrte 1975 als Intendant an den Kalkberg zurück, also vor 50 Jahren.
Die sechs Spielzeiten bis zum Herbst 1980 waren eine Zeit der Experimente, der Um- und Aufbrüche, die Norbert Rochna in dieser Präsentation mit vielen Bildbeispielen und auf zahlreichen Texttafeln dokumentiert. In jene Zeit fällt auch die Gründung der Kalkberg GmbH, Insgesamt war es eine spannende Phase für die Segeberger Karl-May-Spiele, deren Wirkung bis heute zu spüren ist. Nicht zuletzt begann das „Star-Theater“, mit der Verpflichtung von bekannten Namen wie Raimund Harmstorf, Claus Wilcke, Chris Howland, Gerhard Lippert oder Jürgen Feindt.
Wie schon vor einem Jahr zum „Vermächtnis des Inka“ ist auch zu dieser Ausstellung eine kleine Begleitbroschüre herausgekommen. Darin erzählt der Kurator auf 60 interessanten Seiten und mit vielen Fotos die Geschichte jener Jahre, wobei er auch auf die Umstände eingeht, die den Abschied Toni Graschbergers betreffen, den Walther seinerzeit ablöste.
Michael Kunz