Entscheidungshilfe

Aus KARL MAY & Co. Nr. 148 / Juni 2017

Noch vor gut einem halben Jahr war es der Aufreger in der Szene: Die neuen Filme mit Winnetou und Old Shatterhand auf RTL. In Diskussionsforen, auf facebook und bei privaten Treffen ging es hoch her. „Endlich eine zeitgemäße Verfilmung“ gegen „Der aller- letzte Mist!“ „Der mit dem Wolf tanzt für Arme mit falscher Indianersprache“ gegen „Karl-May-gerechter als alles aus den 1960er- Jahren“. Der Berichterstatter kam sich manchmal vor wie weiland Leutnant Cummings in „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“, zwischen Pferde gespannt und kurz davor, auseinandergerissen zu werden. Immerhin auf dem Zrmanja-Plateau, Drehort für Alt- und Neuverfilmungen, wenn man das als Trost ansehen möchte. Andererseits war das Thema für dieses Magazin eine feine Sache, schöne Berichte und noch schönere Bilder zu bringen. Da kann man wirklich nicht klagen. Doch, klagen konnte der Karl- May-Verlag, und die Angelegenheit scheint noch für einige Zeit nicht vom Richtertisch zu sein. Aber sonst? Die Gemüter haben sich beruhigt, jeder weiß mittlerweile, wie der Name „Xhelilaj“ ausgesprochen wird und die neuen Drehorte werden von diversen Veranstaltern höchst souverän in ihre Kroatien-Winnetou-Touren mit eingebunden. Roswell alt und Roswell neu, all is well. Und schaut man sich nun, im Sommer 2017, in der Szene um, möchte man eigentlich fragen: „War was?“

Rolf Dernen