Ein alter Bekannter kehrt in die Karl-May-Festspiellandschaft zurück: Klaus-Hagen Latwesen (Foto), von 1981 bis 1987 Winnetou-Darsteller, Regisseur, Buchautor und Intendant in Bad Segeberg in einer Person. Allerdings wird seine neue Wirkungsstätte nicht der Segeberger Kalkberg sein. Bei dem Orient-/Balkan-Stück ‚Der Schut‘ führt er in diesen Sommer auf der Naturbühne an den Greifensteinen bei Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) Regie und schreibt das Buch.
Seit seinem Rausschmiss in Bad Segeberg 1987 – er musste trotz erfolgreicher Arbeit und zahlreicher Verdienste um die Karl-May-Spiele für den Publikumsmagneten Brice Platz machen – hatte Latwesen an verschiedenen Orten in Deutschland versucht, neue Karl-May-Festspiele zu initiieren – leider bisher ergebnislos, plante Latwesen doch stets, die Spiele nach den großen Vorbildern Segeberg oder Rügen aufzuziehen.
Nach 15 Jahren feiert der erfahrene Theatermann (62) nun sein Karl-May-Comeback, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen. Dass seine Rückkehr zu Karl May gerade mit einem Orient-Stück beginnt, kommt nicht von ungefähr: Ein Orient-/Balkan-Stück frei nach Karl May auf eine Freilichtbühne zu bringen, war stets Latwesens Traum. Im KARL MAY & Co.-Interview von Mai 1999 sagte er: ‚…die Verantwortlichen (sind meistens) der Meinung, Indianer seien populärer. Aber ich hätte das so gemacht, daß das Publikum auch das mit Begeisterung aufgenommen hätte. (…) In solch einem Balkan- oder Wüstenstück kann man dann natürlich tolle Sachen machen.‘
Aber so richtiges Neuland ist der ‚Schut‘ für Latwesen nicht: Bereits 1980 brachte er das Stück mit seinem eigenen Tournee-Theater auf die (‚Indoor‘-)Bühne. Er selbst spielte damals die Titelrolle.
Bei Karl Mays ‚Der Schut – Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar in den Schluchten des Balkan‘ wird Latwesen allerdings nicht selbst auf der Bühne an den Greifensteinen stehen. Die Hauptrollen sind bereits besetzt: So wird der Schut (Kara Nirwan) von Folke Paulsen (zum Beispiel bekannt aus den TV-Serien ‚Forsthaus Falkenau‘ und ‚Liebling Kreuzberg‘, aber auch von verschiedenen Theatern in Berlin und Husum) dargestellt, Kara Ben Nemsi von Thomas Tucht (vom Theater Nordhausen), Hadschi Halef Omar von Peter Anders. Auch Ex-DEFA-Star Giso Weißbach, in ‚Winnetou II‘ der Old Firehand, ist als Sir David Lindsay wieder mit dabei. Seinen Buttler Archie spielt Leander de Marel. Weitere Rollen und ihre Darsteller: Omar Ben Sadek: Mansur Ajang, Bybar Aladschy: Alexander Biedermann, Sandar Aladschy: Bastian Thurner, Köhler Scharka: Gerd Schlott, Mübarek: Olaf Kaden.
‚Der Schut‘ hat an den Greifensteinen am 10. August Premiere und wird bis 1. September insgesamt zehnmal gespielt. Zuvor wird das Stück ‚Winnetou‘ wieder aufgenommen.
nf