Es war für ihn eine Rolle von vielen: die Darstellung des Santer in „Winnetou 1. Teil“ (1963). Aber die Gemeinde der Karl-May-Film-Fans verehrt ihn als den wahrscheinlich besten Schurkendarsteller der Filmreihe. Als Santer tötete er Winnetous Vater Intschu-tschuna (Mavid Popović) und seine Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) und starb schließlich durch Absturz von einem Felsen, wobei unten die Speere der Apachen auf ihn warteten.

Auf Schurken war der am 8. September 1930 in Zürich als Sohn einer Deutschen und eines Italieners geborene Adorf lange Zeit abonniert. In mehr als 200 Filmen ist er zu sehen, als mexikanischer Bandit, Mafioso oder auch schon mal als Diktator Mussolini. Zum absoluten Publikumsliebling machte ihn seine Darstellung in der Fernsehproduktion „Der große Bellheim“ (1993), eine Rolle, die völlig seinem Image als ewiger Bösewicht widerspricht. Bereits vorher hatte Adorf gezeigt, dass er auch komödiantische Fähigkeiten besitzt, etwa in einer Folge der TV-Serie „Kir Royal“ (1986) als Provinzunternehmer, der mit allen Mitteln Mitglied der Münchner Schickeria werden will.

Mario Adorf ist ein Multitalent, ob vor der Film- oder Fernsehkamera oder auf der Theaterbühne, und er ist einer der ganz wenigen deutschen Schauspieler, die auch internationale Erfolge vorweisen können. KARL MAY & Co. widmet dem Mimen in der kommenden Ausgabe einen Beitrag.

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