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Das Buschgespenst: Karl May zurück an den Greifensteinen

Das Buschgespenst - Musical - Grefeinsteine Festspiele (Foto: KARL MAY & Co. / Margref)

Foto: KARL MAY & Co. / Margref

Mit der Uraufführung eines Musicals kehrten am Wochenende Karl Mays Werke zurück auf die Freilichtbühne an den Greifensteinen.

Eine Karl-May-Geschichte als Musical? Diese Aufgabe hatte sich das Team um Intendant Moritz Gogg gestellt – und dem Premierenpublikum zufolge auch gut gemeistert. Geschätzte 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren am Freitag, den 24. Juli nach Ehrenfriedersdorf gekommen, um auf der stimmungsvollen Waldbühne unterhalb der imposanten Felsen die Geschichte um das geheimnisvolle Buschgespenst zu sehen. 

Die Musik zum Musical stammt von dem Amerikaner Ben Toth, Birgit Simmler hat sich um Buch und Liedtexte gekümmert und Markus Syperek ist für das Arrangement zuständig. Dabei spielt bei den Abendvorstellungen im stimmungsvollen Licht auch eine Liveband. Deren Sound und auch der der Sängerinnen und Sänger war trotz der schwierigen Situation vor Ort gut zu verstehen.

Die Story:

Im rauen Erzgebirge des 19. Jahrhunderts, nahe der böhmischen Grenze, liegt ein Dorf, gezeichnet von Armut und Hoffnungslosigkeit. Die mächtige Verlegerfamilie Martin und Sophie Seidelmann hält die Weber in eisernem Griff – ihr Alltag ist Ausbeutung und Entbehrung. Und doch flackert im Verborgenen ein Funke Widerstand. Denn tief in den Wäldern geht ein geheimnisvolles Wesen um – das Buschgespenst. Für die einen ist es ein Retter in dunkler Stunde, für die anderen ein Vorbote des Unheils. Die Polizei jagt es als Verbrecher, doch seine wahren Motive liegen im Verborgenen. Als das junge Liebespaar Engelchen und Eduard in den Strudel eines erbitterten Konflikts mit Firmen-Junior Fritz Seidelmann gerät, zerbricht ihre scheinbar heile Welt. Zwischen Liebe und Loyalität, Mut und Verzweiflung stehen sie vor Entscheidungen, die ihr Schicksal besiegeln könnten. Während Eduard gefährliche Wege einschlägt, ringt Engelchen mit ihrem Gewissen – und das Buschgespenst zieht die Schlinge aus Gefahr und Täuschung immer enger. Ein Hoffnungsschimmer keimt erst auf, als der rätselhafte Detektiv Arndt die Spur des Gespensts aufnimmt. Doch was als Rettung beginnt, entpuppt sich als Spiel mit der Vergangenheit – denn zwischen ihm und dem alten Seidelmann liegt ein dunkles Geheimnis.

Quelle: Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH

Autorin Birgit Simmler hat sich bei der Umsetzung für die Bühne und als Musical einige Freiheiten genommen und vor allem den weiblichen Figuren deutlich mehr Raum gegeben. Im Flyer zum Stück verrät sie ihre Gedanken dazu. So wird aus Franz Arndt in diesem Stück Franziska, deren geheimnisvolle Vergangenheit mit Geschäftsmann Martin Seidelmann sich zum Schluss aufklärt und in dieser Machart gut zu einem Musical passt. 

Die Songs sind teilweise eingängig, allerdings keine Gassenhauer á la Andrew Llyod Webber, aber das wollen sie auch gar nicht sein. Musik und Liedtexte bringen die Geschichte voran und stehen nicht als einzelne Musikunterbrechungen für sich. 

Beim Gesang überzeugen vor allem die drei jungen Rollen: Engelchen (Annika Steinkamp), Eduard (Marc Trojan) und
Fritz Seidelmann (Chris Green), doch auch alle weiteren Rollen sind gut besetzt. Lediglich die Figur der Wilhelmine wirkt etwas aufgekratzt. Sie soll den Humorpart füllen, das ist sicherlich Geschmacksache.

Die Bühne wird von Regisseur Jan Holtappels gut genutzt. Oben links befindet sich der alte Stollen, rechts die alte Mühle, in der Mitte das Haus der Familie Seidelmann (und eine versteckte Spielstätte für das Finale) und oben rechts unterhalb der Felsen das Schmugglergebiet.

Bis zum 29. August gibt es nur noch 5 Vorstellungen. Bei guter Auslastung soll das Buschgespenst-Musical auch im kommenden Jahr zu sehen sein – und könnte vielleicht den Auftakt für neue Inszenierungen rund um Karl May bilden. Winnetou, so hört man es aus der Intendanz, wird allerdings sehr wahrscheinlich nicht mehr unter den Greifensteinen reiten. 

(sm)

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