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< Pullman City setzt Karl-May-Festspiele 2020 fort
06.06.2019
Kategorie: Museen & Ausstellungen
Von: mku

Doku „Searching for Winnetou“ kommt ins deutsche Fernsehen

„Winnetou – Der deutsche Indianer“ (so der deutsche Titel) geht der Indianer-Begeisterung der Deutschen auf den Grund. Erstausstrahlung an Winnetous fiktivem 145. Todestag: 2. September 2019


Der kanadische Autor Drew Hayden Taylor (Foto: ZDF Enterprises / HISTORY)

Was haben Nordamerikas Ureinwohner und Karl Mays Romanfigur Winnetou gemeinsam? Woher kommt das Faible vieler Deutscher für die Indianer? Vor zwei Jahren fasste der kanadische Autor Drew Hayden Taylor, der selbst Angehöriger der First Nations ist, den Entschluss, nach Deutschland zu reisen, um für seine TV-Dokumentation „Searching for Winnetou“ vor Ort Menschen zu treffen, die sich mit den Native Americans, mit Karl May oder mit der Faszination des amerikanischen Westens beschäftigen. Auf der Spuren der Indianerliebe der Deutschen fuhr Taylor quer durch die Republik: von Bad Segeberg über Pullman City bis Radebeul. Und er traf Ex-Winnetou-Darsteller Gojko Mitic zum Interview.

In der Westernstadt Pullman City im Bayrischen Wald traf Taylor auf Hobbyisten, die sich dort wie Prärieindianer kleiden und den Besuchern die Kultur, aber auch das Schicksal der nordamerikanischen Ureinwohner zu vermitteln versuchen. Und ebenso traf der kanadische Autor dort auf andere Natives, die Tänze aufführen und den Parkbesuchern zur Geschichte ihrer Vorfahren Rede und Antwort stehen. 

Im Karl-May-Museum Radebeul zeigte Kurator Robin Leipold dem Filmemacher Villa Bärenfett und Villa „Shatterhand.“. „Für die Deutschen ist Winnetou wie Superman“, so Robin Leipold im Gespräch. Zuvor konnte sich Taylor bereits in einer Vorstellung von „Old Surehand“ der Karl-May-Spiele Bad Segeberg vom Superman-Status Winnetous, damals noch verkörpert von Jan Sosniok, überzeugen. Der kanadische Autor sprach darüber hinaus mit den Wissenschaftlern Prof. Dr. Hartmut Lutz (Universität Greifswald) und Maryann Henck (Leuphana Universität Lüneburg) – und mit dem Native Red Haircrow, der selbst eine Dokumentation drehte („Forget Winnetou“) und Indianer-Hobbyismus äußerst kritisch betrachtet.

Nun kommt die 45-minütige Dokumentation erstmals ins deutsche Fernsehen. Unter dem Titel „Winnetou – Der deutsche Indianer“ zeigt der TV-Sender History (u.a. empfangbar über Sky, Vodafone, Telekom/Magenta, Unitymedia) am Montag, 2. September 2019, um 19.20 Uhr – und damit, geht es nach Karl May, am 145. Todestag Winnetous: May hatte 1899 einer Leserin geschrieben: „Winnetou war geboren 1840 und wurde erschossen am 2.9.1874.“

Der Sender wiederholt „Winnetou – Der deutsche Indianer“ am Sonntag, 1. Dezember 2019, aus Anlass der Jahresausstellung „Die Deutschen und ihre Indianer“ des Karl-May-Museums Radebeul (1.12.2019 bis 29.11.2020).