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28.01.2019
Kategorie: Nachrichten, Museen & Ausstellungen
Von: mku

Blutsbrüder in Osnabrück

Vom 26. Januar bis zum 2. Juni widmet sich das Kulturgeschichtliche Museum in Osnabrück dem - nach wie vor - meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache.


„Blutsbrüder“ ist die neue Ausstellung überschrieben, zu deren Eröffnung am Freitag mehr als 130 Interessierte kamen, darunter auch zahlreiche Vertreter aus der Karl May-Szene. Sie hörten nicht nur Begrüßungsreden von Bürgermeisterin Birgit Strangmann und den Verantwortlichen der Ausstellung, vor allem wurden sie auch von den Gitarrenklängen Claus Boesser-Ferraris verzaubert, der ausgewählte Stücke seiner „Winnetou Tapes“ spielte - als Appetitmacher auf sein Konzert am folgenden Tag.

Der Untertitel des Projektes, „Der Mythos Karl May in Dioramen“, verweist auf einen der Schwerpunkte. Sammler Dr. Wolfgang Willmann aus Iserlohn präsentiert in Osnabrück seine zuvor auch schon in Radebeul oder Gescher gezeigten Arbeiten, die markante Augenblicke aus den Mayschen Werken dreidimensional in Szene setzen, dem Titel angemessen hier überwiegend aus den Amerika-Büchern. Begleitend bekommt der Besucher einen umfangreichen Blick in Mays Leben und Werk sowie dessen Sekundärwirkungen. Die Gesammelten Werke im klassischen grünen Leineneinband sind komplett zu sehen, dazu antiquarische Bände, Spielzeug, Zeichenblöcke, verschiedene Ausgaben von Hörspielen oder Filmen. Die Kostüme aus den 2016-er RTL-Filmen werden gezeigt und historischer Indianerbekleidung aus den Beständen des Hauses gegenübergestellt. 

Karl May & Co.-Autor Rolf Dernen hat seine Silberbüchse und zwei „Henrystutzen“zur Ausstellung beigetragen, die den Wunsch vieler Fans widerspiegelt, die Fiktionen der Mayschen Phantasie in greifbarer Form zu Hause über dem Schreibtisch hängen zu haben. 

Durch einen kleinen Blick in die Historie des wirklichen Indianerlebens sollen die Besucher angeregt werden, sich mit dem Unterschied zwischen Realität und Fiktion auseinanderzusetzen, ohne dass die Ausstellungsmacher hier bewusst Vorgaben machen. Für die historisch-soziologische Einordnung soll letztlich jeder selbst verantwortlich sein, wobei ein umfangreiches Begleitprogramm hier wichtige Anhaltspunkte liefern kann. Die Mischung aus Vorträgen, Musikabenden oder einem Live-Hörspiel ist vorbildlich und sollte bis zum Sommer eigentlich zusätzlich jeden bewegen, einmal nach Osnabrück zu fahren.


Kategorien: Nachrichten