Einer der renommiertesten deutschen Hörspielautoren und -regisseure der Gegenwart, Walter Adler, fasst gerade Karl Mays Orientzyklus zu einem Hörspiel in 12 Teilen zusammen, von denen die ersten sechs in den vergangenen Wochen in den Ateliers des WDR aufgenommen wurden. Die zweite Hälfte soll ab Ende Oktober fertiggestellt werden.
Dabei hat sich eine illustre Sprecherriege der Darstellung der Charaktere angenommen. So hört man etwa Rufus Beck (‚Harry Potter‘) als Sir David Lindsay, Renan Demirkan (‚Zahn um Zahn‘) als Amschah, Michael Mendl (‚Im Schatten der Macht‘) als Abrahim Mamur und Matthias Koeberlin (‚Das Jesus-Video‘) in der Rolle des Hadschi Halef Omar sowie Ernst Jacobi, der schon 1976 in Adlers großem Erfolg ‚Centropolis‘ die Hauptrolle sprach, als Mütesselin. Kara Ben Nemsi wird gesprochen von Sylvester Groth (‚Stalingrad‘, ‚Das Wunder von Lengede‘), mit dem Adler bereits bei der Umsetzung von ‚Otherland‘ zusammenarbeitete. Ein besonderes Schmankerl für Kenner der May-Szene dürfte die Besetzung des Scheik Malek sein, für die kein Geringerer als Dietmar Mues verpflichtet wurde.
Gesendet wird das fast 12-stündige Hörspiel auf WDR 5 in Etappen. Die ersten vier Teile werden am 10. und 17. Dezember 2006 ab 17.05 Uhr und an den beiden Weihnachtsfeiertagen jeweils um 17.03 Uhr zu hören sein. Die weiteren Folgen werden im Januar und April/Mai 2007 gesendet. Ausführlcihe Informationen sind einem neu eingerichteten, umfassenden Online-Dossier auf den Webseiten des WDR zu entnehmen: www.wdr5.de/orientzyklus/
Adler, der bereits 1977 für die Hörspielumsetzung der ‚Sklaven der Arbeit‘ verantwortlich zeichnete und May für ‚den vielleicht interessantesten deutschen Schriftsteller überhaupt‘ hält, betont, einen Karl May zu Gehör bringen zu wollen, wie man ihn aus den Büchern kenne, und distanziert sich von der bisherigen Darstellungsform der Bühnen und Filme. Der rote Faden, der sich durch die jeweiligen Folgen ziehe, sei eine den Rahmen abgebende Gerichtsverhandlung, während der sich May immer wieder in die Reiseerzählung hineinträume. Insofern möchte Adler für sein Hörspiel den Begriff der ‚Fluchtlandschaft‘ prägen.
Einen Vorgeschmack auf das Hörspiel konnten Besucher des Kölner Funkhauses am Wallrafplatz am Samstag, dem 30. September, und am Sonntag, dem 1. Oktober, im Rahmen der ‚WDR-Hörwelten 2006‘ bekommen (Kurzentschlossene finden die Ankündigung dieser Veranstaltung auf den Webseiten des WDR). In Form eines ‚Pre-Listenings‘ wurde der erste Teil des Orientzyklus vorgeführt, in dem man erlebt, wie sich Karl May gedanklich aus der Gerichtsverhandlung heraus in die algerische Wüste versetzt, die Leiche mit dem Ring und ihre beiden Mörder findet und – besonders fesselnd umgesetzt – sein Pferd in den Tiefen des Salzsees versinken sieht. Man darf gespannt sein!
Weitere Informationen zum neuen Karl-May-Hörspiel sind auf den Webseiten des WDR zu finden.
gp
