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08.04.2018
Kategorie: Rathen, Festspiele, Museen & Ausstellungen
Von: nf

Jürgen Haase spielt noch mal den Winnetou

Erster Bühnen-Winnetou der DDR mit Apachen-Comeback im Karl-May-Museum Radebeul


Jürgen Haase und Olaf Hörbe auf der Felsenbühne Rathen: Haase 2017 als Old Shatterhand (Farbfotos) und 1984 als Winnetou (Schwarz-Weiß-Motiv; mit "Old Shatterhand" Herbert Graedtke), Hörbe 2017 als Intschu-tschuna (einmal mit Federhaube, einmal ohne bei der Blutsbrüderschaft mit Winnetou und Old Shatterhand). Fotos: KARL MAY & Co./Finke und Landesbühnen Sachen.

Er war 1984 der erste Freilichtbühnen-Winnetou der DDR, wechselte später zur Shatterhand-Rolle und ist ihr bis heute treu geblieben: Jürgen Haase, der ab 19. Mai wieder in seiner Paraderolle als alte Schmetterhand in "Winnetou I" auf der Felsenbühne Rathen stehen wird. Bevor es so weit ist, feiert er allerdings nach vielen Jahren ein Comeback als Apachenhäuptling, genauer gesagt: Er tritt sowohl als Winnetou als auch als Old Shatterhand auf. Anlass ist der "Radebeuler Bilderbogen", ein Projekt der Landesbühnen Sachen nach dem Motto "Theater in der Stadt" mit Premiere am 13. April, also kommendem Freitag. An verschiedenen Orten in Radebeul laden die Landesbühnen hierbei ihre Zuschauer ein, "auf Spurensuche zu gehen", um "Orte zu entdecken, wo Geschichten lauern, neue oder unbekannte hinter den bekannten, mit dem schönen Nebeneffekt, dass man sich auf Reisen kennenlernt und ins Geschichten-Erinnern-Erzählen kommt", heißt es in der Ankündigung des Theaters. 

Eine Station dieser Spurensuche ist auch das Radebeuler Karl-May-Museum, wo vor wenigen Tagen der neue Museumsdirektor Christian Wacker startete (sehen Sie hier einen aktuellen TV-Beitrag des MDR über seinen Einstand). Der aus Rathen vielfach May-erprobte Schauspieler, Autor und Regisseur Olaf Hörbe (in der aktuellen Inszenierung spielt er den Intschu-tschuna) hat hierfür den Beitrag "Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessantes einfällt – Phantastenführung durch Karl May" geschrieben und inszeniert. Als Winnetou und Old Shatterhand tritt hierbei Jürgen Haase auf, als Karl May der ebenfalls May-erprobte Holger-Uwe Thews, der auf der Felsenbühne schon Old Shatterhand und Santer gab und letzteren weiterhin gibt. In Hörbes ca. 40-50-minütiger "Phantastenführung" gibt Mu-Yi Chen Winnetous Schwester Nscho-tschi sowie eine "Chinesin" und "Emmy". Ebenso mit dabei: das Mannergesangsquartett Uwe Zimmermann.

In der Ankündigung der Landesbühnen heißt es: "In der Villa ‚Shatterhand‘ wird das Erbe Karl Mays gepflegt: Über 65 Romane, in mindestens 46 Sprachen übersetzt, Kultfiguren und legendäre Verfilmungen – was für ein Meilenstein! Doch Vorsicht, der Sockel bröckelt! Karl May steht unter Beschuss: Im Garten der Villa tauchen plötzlich seine legendären Romanfiguren Winnetou und Old Shatterhand auf, nehmen des Maysters Worte unter die Lupe und decken so manchen Widerspruch auf. Old Shatterhand ein starker Mann? Winnetou ein edler Mensch? Haben wir alle den May nicht richtig gelesen? Und auch Jürgen Haase, erster ‚Winnetou‘ der DDR, schaltet sich nun ein. Ist der May denn überhaupt politisch korrekt? Eine Führung durch Karl Mays phantastisches Werk im Garten der Villa „Shatterhand“, erfunden von Olaf Hörbe, der sich mit seinen Bühnenadaptionen durch alle Karl-May-Klassiker gekämpft hat und der hier so manchem Klischee zu mehr Klarheit verhilft."

Premiere ist am Freitag, 13. April, um 19.30 Uhr. "Der Reiseplan sieht folgendes vor: Sie kommen, ausgerüstet mit Neugierde und bequemer, witterungsangemessener, warmer Kleidung zum Theater", heißt es in der Ankündigung der Landesbühnen Sachsen, die damit den Großen Saal, die Hauptbühne des Theaters in der Meißner Straße in Radebeul meinen. "Im großen Saal stimmen wir Sie mit Theatersport auf Ihre Expeditionsrunde ein. Danach geht es per pedes oder mit dem Bus zu verschiedenen Orten. Am jeweiligen Ziel angekommen bzw. schon unterwegs, erwarten Sie theatrale Erkundungen und Überraschungen unterschiedlichster Art mit einer kurzweiligen Dauer von ca. 45 - 50 Minuten."

Zum Karl-May-Museum geht es mit dem Bus, wobei diese reizvolle Location mit weiteren Orten in Radebeul konkurriert. Und auch Karl-May-Konkurrenz gibt es: In der Villa Schuch gibt es das Programm "Duftende Reseden – Ein musikalischer Salon im Hause Schuch", in dem auch Karl May mitwirkt, dargestellt von Matthias Henkel, der auf der Felsenbühne bereits in vielen May-Rollen zu sehen war, unter anderem auch als Santer in "Winnetou I".

Die "Bilderbogen"-Termine im Überblick: 13.4. (Premiere, 19.30 Uhr), 15.4. (19 Uhr), 22.4. (19 Uhr), 2.5. (18 Uhr), 4.5. (19.30 Uhr), 5.5. (19.30 Uhr).


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