Jahresvorschau für 2017

Aus KARL MAY & Co. Nr. 146

Illustration: Marko Brock

Und hier die KARL MAY & Co.-Jahresvorschau für 2017:

Januar.
Nach dem überragenden Erfolg des RTL-Dreiteilers plant RTL eine Endlosserie, deren Folgen jeweils „Winnetou und XY“ heißen sollen. Der Karl-May-Verlag legt sofort Beschwerde ein, weil er sich das Wort „und“ als Markenzeichen hat schützen lassen.

Februar.
Karl May hat Geburtstag. Niemanden außer ein paar Freaks interessiert das.

März.
Karl Mays Todestag jährt sich zum 105. Mal. Passenderweise fand sich im Nachlass Klara Mays ein Stück Zehennagel des Autors, das nun im Rahmen eines Festaktes auf dem Radebeuler Friedhof beigesetzt werden soll.

April.
Der Karl-May-Verlag lässt die gesamten Grünen Bände zum Originaltext umarbeiten. Die Produktion einer werkgetreuen Verfilmung wird bekanntgegeben. Die Originalnegative der Stummfilme werden gefunden. Elspe kündigt an, die Pyrotechnik auf ein realistisches Maß zu verringern. Eine Aufzeichnung von Karl Mays Stimme taucht auf. April, April!

May.
Wird endlich umbenannt. Huzzah!

Juni.
Bad Segeberg und Elspe feiern am selben Tag Premiere ihrer neuen alten Stücke. Die Festspielszene ist zerrissen. „Jetzt kann ich gar nicht Jan und Jean-Marc am selben Tag zur wunderbar gelungenen Premiere gratulieren! Was soll ich bloß machen?!“, erzählt uns eine Besucherin unter Tränen.

Juli.
Ist die Komplettbeleuchtung des Mali Alan beim Filmfest in Kroatien noch zu toppen? Sicherlich. In diesem Jahr wird auf dem Zrmanja-Plateau Winnetous Pueblo in Originalgröße mit Legosteinen nachgebaut.

August.
Die Werknähe macht Urlaub, möglichst fern von den deutschen Festspielbühnen. Ihr liebster Urlaubsort konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.

September.
Es regnet. Festspielbesucher weinen.

Oktober.
Kongress der Karl-May-Gesellschaft: Da das Bonner Symposium im September 2016 allgemein sehr positiv aufgenommen wurde und man dies auf den Blick über den Tellerrand in Richtung Film zurückführt, widmet sich die Hälfte der Vorträge der Filmthematik; die andere Hälfte besteht aus Filmvorführungen; der gesellige Abend mutiert zu einem Filmfehlerquiz, das jedoch eskaliert, weil alle drei Sekunden jemand meint, einen Fehler gefunden zu haben: „Das stimmt nicht mit der Romanvorlage überein!“

November.
Bei ebay erzielt ein Tosa-Band aus dem Jahr 1965 von „Durch die Wüste“ mit „Original-Widmung des Autors“ 4.500 Euro.

Dezember.
Der KMV bringt „Karl Mays magischer Orient“ als Fantasyepos ins Kino, um „die Jugend wieder für Karl May zu begeistern“. Gezeigt wird der Streifen als Eventscreening deutschlandweit an zwei Orten: der Karl-May-Begegnungsstätte Hohenstein-Ernstthal und der Radebeuler Kneipe „Brummtopf“.

Rolf Dernen und Jonas Remmert