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16.03.2018
Kategorie: Elspe
Von: nf

KARL MAY & Co. exklusiv: Jochen Bludau will Geschäftsführung des Elspe Festivals 2019 abgeben

„Man sollte eine Geschäftsführung nicht überstrapazieren“


Jochen Bludau plant, 2019 die Geschäftsführung des Elspe Festivals abzugeben. Unsere Bilder zeigen ihn in seiner Old-Shatterhand-Zeit 1977 (1. Bild), 1980 (2) und 1976 (3, u.a. mit Pierre Brice und Meinolf Pape). Fotos: Zill/Archiv KARL MAY & Co.

Seit vielen Jahren bestimmt Jochen Bludau als Geschäftsführer, Intendant, Regisseur und Buchautor den Kurs der alljährlichen Karl-May-Festspiele in Elspe. Zumindest mit dem Job des Geschäftsführers der Elspe-Festival-GmbH, die die Spiele veranstaltet, soll in absehbarer Zeit Schluss sein. Dies verriet Bludau jetzt in einem Gespräch mit KARL MAY & Co., das in der aktualisierten Neuauflage des 2013 erstmals herausgegebenen Sonderheftes des Magazins zur Geschichte der Karl-May-Festspiele Elspe im Zeitraum 1976 bis 1986 erscheinen wird. Das damals herausgebrachte Sonderheft, das sich dem Zeitraum widmet, in dem Pierre Brice an der Seite von „Old Shatterhand“ Jochen Bludau den Winnetou verkörperte, ist inzwischen vergriffen und wird in der ersten Jahreshälfte 2018 neu aufgelegt – mit erweitertem Umfang, neuen seltenen Fotos und aktualisierten Texten zur Elsper Festspielgeschichte.

In dem Interview mit KARL MAY & Co. antwortet Jochen Bludau (76) auf die Frage, wie lange er den Geschäftsführer-Job in Elspe noch machen wolle: „Man sollte eine Geschäftsführung nicht überstrapazieren. Das bedeutet, dass ich im nächsten Jahr diese Aufgabe abgeben werde.“

Es wäre nicht der erste Rückzug Jochen Bludaus aus der Elsper Geschäftsführung. Schon einmal sah er die Zeit gekommen, das Festival-Management in andere Hände zu legen, und übergab Ende 2009 nach rund 40 Jahren an den Kollegen Rolf Schauerte, der bereits seit 2008 neben Bludau die Geschäftsführung inne hatte. Schauerte wiederum wurde schon 2011 von Jochen Bludaus Sohn Oliver abgelöst, der auch auf der Bühne in die Fußstapfen des Vaters trat: als Old Shatterhand. Doch Oliver Bludau übergab 2014 die Geschäftsführung überraschend zurück an seinen Vater. Jochen Bludau im KARL MAY & Co.-Gespräch: „Mein Sohn ist auch noch Geschäftsführer einer weiteren Firma. Möglicherweise hatte er sich nicht vorgestellt, dass Elspe Festival so viel Energie benötigte. Also haben wir uns einvernehmlich geeinigt, dass er sich wieder zurückzog. Ich habe dann vorübergehend die Geschäftsführung wieder übernommen, wohlwissend, dass ich mit Harald Heufer, Marco Kühne, Stephan Kieper und den anderen Mitarbeitern ein hervorragendes Team an meiner Seite hatte.“ Diese Zeit soll 2019 also zu Ende gehen.

Das gilt allerdings nicht für Jochen Bludaus weitere Jobs bei den Karl-May-Festspielen. Bludau: „Wieweit ich als Autor und Regisseur noch mitwirke, stellen wir erst einmal in den Raum. Ich habe mit Benjamin Armbruster einen exzellenten Regiekollegen an meiner Seite. Zusammen trauen wir uns das noch einige Jahre zu.“

In der kommenden Spielzeit inszenieren Bludau und Armbruster „Winnetou II“, ein Stück, das zuletzt vor 33 Jahren in Elspe zu sehen war. Die Inszenierung von 1985 – damals mit Pierre Brice als Winnetou, Meinolf Pape als Parranoh und Jochen Bludau als Old Shatterhand – spielt sowohl im neuen Sonderheft von KARL MAY & Co. als auch in der kommenden 151. regulären Ausgabe von KARL MAY & Co. eine Rolle, in der ein Hintergrundbericht die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Karl Mays „Winnetou II“ beleuchtet.

Übrigens: Bereits 2010 erhielt Ingrid Mause, langjährige Mitarbeiterin des Elspe Festivals, Einzelprokura und damit umfassende Handlungsvollmacht. Neu ist, dass seit Dezember des vergangenen Jahres auch der Lennestädter Philipp Aßhoff Einzelprokurist der Elspe-Festival GmbH ist. Aßhoff ist seit einigen Jahren auch in der Tonregie der Karl-May-Festspiele aktiv.

Wer wird nun also Bludaus Nachfolger? „Die Frage kann ich Ihnen leider noch nicht beantworten“, sagt Jochen Bludau im Gespräch mit KARL MAY & Co. „Es wird in jedem Fall (wie es ja auch in Segeberg ist) keine spektakuläre Besetzung sein. Wichtig ist da eher eine Person, die aus der betriebswirtschaftlichen oder kaufmännischen Ecke kommt.“


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